Inklusion

Modellversuch "Inklusive berufliche Bildung in Bayern"

 

Im März 2012 startete dieStiftung Bildungspakt Bayern und das Staatsministerium für Unterricht und Kultus das Modellprojekt „Inklusive berufliche Bildung in Bayern“ mit der Ausschreibung des Schulversuchs.

Im Rahmen dieses Modellprojekts sollen allgemeine Berufsschulen und Berufsschulen zur sonderpädagogischen Förderung mit Förderschwerpunkt Lernen und/oder emotionale und soziale Entwicklung Kooperationsverbünde Tandems bilden und während der vierjährigen Projektlaufzeit (Schuljahr 2012/2013 – 2015/2016) Konzepte für eine bestmögliche Verwirklichung der Inklusion an beruflichen Schulen entwickeln.

Unter der Federführung des Tandempartners,der Eurpa-Berufsschule Weiden, bewarben wir uns mit einem gemeinsamen Konzept.

Im Juni 2012 wurden wir von der Stiftung Bildungspakt Bayern neben sechs weiteren Schultandems aus je einer Berufsschule/Berufsfachschule und einer Berufsschule zur sonderpädagogischen Förderung in den Modellversuch aufgenommen.

Als Auftrag des Modellversuchs steht zum einen die Bildung von Inklusionsklassen mit Schülern der Privaten Berufsschule des St. Michaels-Werk e.V. in Grafenwöhr und der Europa-Berufsschule Weiden, in denen gemeinsamer Unterricht von Schülerinnen und Schüler ohne und mit sonderpädagogischem Förderbedarf in Kooperation zwischen den Lehrkräften beider Schulen stattfindet. Zum anderen auch die Förderung der Zusammenarbeit und des Austausches beider Schulen am Inklusionsprojekt. Ziel ist der erfolgreiche Abschluss einer dualen Berufsausbildung. Die Schule passt sich dabei - soweit möglich - den Bedürfnissen ihrer Schüler an. Im Vordergrund steht die Integration an einem Lern- und Lebensort ohne Über- oder Unterforderung aller Beteiligten.

Für das Schuljahr 2012/13 hatten wir uns drei Ziele gesetzt:
- die Diagnostik mit Erstellung von Förderplänen
- gemeinsame Fortbildungen und
- die Entwicklung von Lehrerteams.

Umgesetzt wurden die Ziele in beiden zehnten Klassen der Friseure im Deutschunterricht. Ferner in den Grund- und Fachstufen der Zimmerer und in den Fachstufen der Schreinerklassen jeweils im fachlichen Unterricht.

Für eine erfolgreiche Arbeit wird im Vorfeld eine individuelle Diagnose erstellt, die die Grundlage für die kontinuierliche Lernberatung und die Unterstützung und Förderung zur Entwicklung eines positiven Selbstkonzeptes für den einzelnen Schüler darstellt. Darüber hinaus dienen spezielle Interessens- und Bildungsangebote zur Verbesserung der Lese- und Sprachkompetenz als Grundlage und Voraussetzung für das Erreichen einer angemessenen beruflichen Qualifikation.

Im Schuljahr 2013/14 wurden die Inklusionsklassen des Vorjahres weitergeführt und mit den "nachrückenden" 10-ten Klassen der Friseure, Schreiner und Zimmerer ergänzt. Bei den Friseuren wurde neben Deutsch, der fachliche Bereich in die Inklusionsarbeit aufgenommen.
Zugleich wurde dem Inklusionsprojekt eine wissenschaftliche Begleitung der UNI-Würzburg zur Seite gestellt, deren Arbeit darin besteht über zwei Jahre die Berichte und Evaluationsbögen der Tandems auszuwerten und aussagekräftige Schlüsse zu ziehen.